Die Reise der Traube, vom Weinberg ins Glas
Jeder Schluck Wein erzählt eine lange Geschichte.
Mit dem Start ins neue Jahr beginnt im Weinberg eine der wichtigsten Arbeiten.
Der Rebschnitt, noch in der Ruhephase im Winter ist es jetzt Zeit, die Grundlage für einen gesunden Wuchs und hochwertige Trauben zu legen.
Der Schnitt sorgt dafür, dass der Stock nicht zu viele Triebe ausbildet und seine ganze Kraft gezielt in die verbleibenden Triebe steckent. So entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag und Qualität der Trauben. Dabei achten Winzer darauf, die Struktur der Pflanze zu erhalten und gleichzeitig die spätere Laubwand optimal vorzubereiten.
Hier ist Präzision gefragt, denn jeder Schnitt beeinflusst den Charakter des kommenden Jahrgangs. Kurz gesagt: Hier wird die Basis für großartigen Wein geschaffen – und das mit viel Erfahrung und einem klaren Blick in die Zukunft.
Eine sorgfältige Bodenpflege ist die Grundlage für gesunde Reben und qualitativ hochwertige Trauben. Der Boden wird regelmäßig gelockert, um die Durchlüftung zu verbessern und Staunässe zu vermeiden. Dies fördert die Wurzelentwicklung und erleichtert die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen.
Zusätzlich wird der Weinberg häufig begrünt, etwa durch die Einsaat von Gräsern oder Kräutern. Diese Begrünung schützt vor Erosion, verbessert die Bodenstruktur und trägt zur Biodiversität bei.
Die Düngung erfolgt gezielt, um den Reben alle notwendigen Mineralstoffe bereitzustellen, ohne das ökologische Gleichgewicht zu stören.
Ebenso wichtig ist die Schädlingskontrolle, die im modernen Weinbau zunehmend auf naturnahe Methoden setzt.
Der gezielte Einsatz von Nützlingen gegen Schädlinge oder das Pflanzen bestimmter Kräuter, die Schädlinge fernhalten und für ein natürliches Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen sorgen, sind bewährte Strategien. Diese Maßnahmen reduzieren den Bedarf an chemischen Pflanzenschutzmitteln und fördern ein gesundes Ökosystem im Weinberg. So bleiben die Reben vital und können Trauben von höchster Qualität hervorbringen.
Im Laufe des Sommers wachsen die Reben kräftig, und die Trauben beginnen sich zu entwickeln. Die Winzer halten die Laubwand durch gezielten Laubschnitt in einer schmalen Reihe. Diese Form ist ideal, um die Trauben vor Krankheiten zu schützen und ihnen gleichzeitig genügend Sonne zum Reifen zu geben.
Neben der Pflege der Laubwand werden auch Triebe entfernt, die direkt am Stamm des Stockes wachsen. Diese tragen keine Früchte und entziehen dem Rebstock nur unnötige Kraft. Da sich diese Triebe leicht abbrechen lassen, nennt man diese Arbeit „Ausbrechen“.
Zusätzlich reduzieren die Winzer gezielt den Ertrag, indem sie überschüssige Trauben entfernen. So wird die Qualität des späteren Weines, durch die sogenannte Grünlese, gesteigert.
Neben diesen Arbeiten achten die Winzer aufmerksam auf Anzeichen von Pilzbefall, um bei Bedarf schnell reagieren zu können.
Im Spätsommer, wenn die Trauben zu reifen beginnen, werden Zucker, Säure und pH-Wert kontrolliert, um den optimalen Lesezeitpunkt herauszufinden.
Nicht nur in den Weinbergen gibt es viel zu tun, auch im Keller müssen alle Utensilien und Anlagen sorgfältig auf die bevorstehende Weinlese vorbereitet werden. Sauberkeit und Hygiene haben dabei oberste Priorität: Tanks, Schläuche, Pumpen und Pressen werden gründlich gereinigt und desinfiziert, um eine einwandfreie Verarbeitung der Trauben sicherzustellen.
Doch die Arbeit betrifft nicht nur den kommenden Jahrgang. Auch die Weine des Vorjahres benötigen Aufmerksamkeit. Sie werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf in andere Fässer umgepumpt, um die Reifung zu optimieren. Ebenso müssen manche Weine von der Feinhefe abgezogen werden, um Klarheit und Stabilität zu gewährleisten.
Parallel dazu erfolgt die Planung der Vinifikation. Hier werden wichtige Entscheidungen getroffen: Wie lange soll die Maische stehen? Welche Gärtemperatur ist ideal? Soll eine Spontangärung erfolgen oder werden ausgewählte Hefen zugesetzt? Nichts wird dem Zufall überlassen, jedes Detail dient dem Ziel, einen Wein von höchster Qualität zu schaffen.
Der perfekte Lesezeitpunkt ist entscheidend für die Weinqualität. Er bestimmt die Balance zwischen Zucker, Säure, Aromen und Phenolen – und damit den Stil des Weins.
Wichtige Kriterien:
- Mostgewicht (°Oechsle, °Brix): Zuckergehalt und potenzieller Alkohol.
- Säuregehalt: Sinkt mit Reife, wichtig für Frische und Harmonie.
- pH-Wert: Einfluss auf Stabilität und Geschmack.
Neben Analysen zählt die sensorische Prüfung: Verkostung einzelner Beeren zeigt Aroma-Reife, Tanninstruktur und Schalenfestigkeit. Auch der Gesundheitszustand ist entscheidend – Fäulnis oder Botrytis sind nur bei edelsüßen Weinen erwünscht.
Die Wahl des richtigen Lesezeitpunkts ist einer der entscheidendsten Faktoren für die spätere Weinqualität. Sie bestimmt die Balance zwischen Zucker, Säure, Aromen und Phenolen und beeinflusst damit Stil und Charakter des Weines. Grundlage für diese Entscheidung sind mehrere Kriterien: Das Mostgewicht, gemessen in °Oechsle oder °Brix, gibt Auskunft über den Zuckergehalt und damit den potenziellen Alkoholgehalt. Parallel dazu wird der Säuregehalt überwacht, der mit zunehmender Reife sinkt aber wichtig für die Frische von Weißweinen oder die Harmonie kräftiger Rotweine ist. Der pH-Wert liefert Hinweise auf die mikrobiologische Stabilität und den Geschmack.
Neben analytischen Werten spielt die sensorische Prüfung eine zentrale Rolle: Die Verkostung einzelner Beeren zeigt die Reife der Aromen, die Tanninstruktur und die Festigkeit der Schalen. Ebenso entscheidend ist der Gesundheitszustand der Trauben – Fäulnis oder Botrytis sind nur bei edelsüßen Weinen erwünscht. Schließlich beeinflussen Witterung und Prognosen den Zeitpunkt: Regen kurz vor der Lese kann die Qualität mindern, während ein trockener, sonniger Herbst die Aromenkonzentration fördert. Für Weißweine wird meist eine frische, fruchtbetonte Stilistik angestrebt, während Rotweine eine Vollreife mit harmonischen Tanninen und intensiver Farbe benötigen.
Mit der Lese beginnt die entscheidende Phase. Die Trauben werden schonend transportiert, um Quetschungen und Oxidation zu vermeiden, und schnell verarbeitet, um unerwünschte Gärung oder Verderb zu verhindern. Häufig werden die Trauben durch mehrere selektive Handlesen geerntet, um nur Traub zu ernten, die bereits den optimalen Reifegrad besitzen.
Anschließend erfolgt das Entrappen und Maischen: Die Stiele werden entfernt, um Bitterstoffe zu vermeiden, und die Beeren leicht gequetscht, um den Saft freizusetzen.
Die Pressung unterscheidet sich je nach Weintyp: Weißweine werden sofort gepresst, um Farbstoffe und Tannine aus den Schalen zu vermeiden, während Rotweine zunächst eine Maischegärung durchlaufen, um Farbe und Gerbstoffe zu extrahieren. Danach wird der Most, durch Absetzen oder Flotation, geklärt, um Trubstoffe zu entfernen und eine kontrollierte Gärung zu ermöglichen.
Die Gärung selbst erfolgt temperaturgesteuert: kühl für Weißwein, wärmer für Rotwein. Je nach Stil wird Spontangärung zugelassen oder Reinzuchthefen zugesetzt. Nach einigen Tagen bis Wochen wird der Jungwein vom Hefesatz getrennt (Abstich) und in Edelstahl oder Holz ausgebaut. Eine moderate Schwefelung sorgt für Stabilität.
Zum Abschluss folgen Klärung und Filtration: Schönung mit Bentonit zur Eiweißstabilisierung und eine Filtration vor der Abfüllung. Jeder Schritt, von der Lese bis zur Flasche, wird präzise geplant und überwacht, um das Ziel zu erreichen:
Einen Wein, der Herkunft, Jahrgang und Handwerkskunst des Winzers, perfekt widerspiegelt.